Start-Up Finanzierung

Dem Mutigen gehört die Welt

Dem Mutigen gehört die Welt

 

Start-ups brauchen Geldgeber, um wachsen zu können. Ein reizvolles Investment: Wer das Risiko des Einstiegs bei einem jungen Unternehmen wagt, darf auf satte Renditen hoffen. Aber wie findet man die Business-Stars von morgen?

Ein Traum für jeden Investor: Das Start-up mySugr, das eine App für Diabetiker entwickelt, wurde vom Schweizer Pharmakonzern Roche übernommen, der kolportierte Kaufpreis soll bei rund 200 Millionen Euro liegen. Kein Einzelfall, denn die Rahmenbedingungen für Gründungen haben sich in Österreich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Einerseits gibt es gute Förderungen, andererseits ist die Bereitschaft zum Gründen höher geworden. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die ersten Jahre im Leben eines Unternehmens schwierig und riskant sind. Um diese zu überleben, braucht es vor allem die passende Finanzierung. In diesem Zusammenhang kommen Risikofinanzierungen ins Spiel. Geldgeber unterschiedlicher Größenordnung entdecken die jungen Firmen als Chance, gute Renditen zu machen. Grob kann zwischen zwei Gruppen bzw. Arten des Investierens unterschieden werden: Private Investoren mit beschränktem Budget tun dies vor allem über Plattformen für Crowdfunding und -investing, die einzelnen Summen bleiben überschaubar. Geldgeber mit größerem Budget hingegen kaufen sich direkt bei den Start-ups ein und partizipieren dann umso stärker von einem erfolgreichen Verkauf der Firma oder von ­explodierenden Umsätzen.

Traumrenditen versus Ausfallsrisiko

Tatsächlich können die Renditen in Höhen steigen, die angesichts der derzeitigen Zinsenflaute mehr als nur verlockend klingen: 45 Prozent und mehr sind keine Seltenheit, wenn sich die Produkte oder Dienstleistungen der jungen Firma am Markt tatsächlich durchsetzen und Großkonzerne aufmerksam werden – siehe mySugr. Nicht verschwiegen werden darf die Tatsache, dass es sich im besten Wortsinn um eine Risikofinanzierung handelt: Es liegt in der Natur der Start-ups, dass diese einer erhöhten Gefahr des Scheiterns ausgesetzt sind. Das erklärt auch, weshalb die größeren Investoren schon mal mit Renditen im dreistelligen Prozentbereich rechnen – schließlich ist die Ausfallsrate bei den jungen Firmen höher als bei den etablierten. Fakt ist aber auch: Der Bedarf an Risikofinanzierungen wird bei weiterhin steigender Attraktivität der österreichischen Start-up-Szene zunehmen. Das Angebot an innovativen Ideen und Gründungen steigt, Investoren haben eine breitere Palette zur Auswahl. Und schließlich ist die Aussicht, an etwas ganz Neuem mitzuwirken, ja auch keine schlechte Motivation.

Wie man aussichtsreiche Start-ups erkennt

Wie aber wählen professionelle Investoren jene Start-ups aus, denen sie tatsächlich ihr Geld anvertrauen? Bei berühmten und sehr vermögenden Einzelinvestoren ist oft die Rede vom Gründungsteam: Nur wer an die jungen Unternehmer glaubt, gibt Geld. Tatsächlich ist die Sache wesentlich komplizierter. Instrumente, mit der auch traditionelle Unternehmen bewertet werden, finden vor der Beteiligung an Neugründungen ebenso Anwendung. Wesentlicher Unterschied: Bei Start-ups gibt es keine Vergangenheit, die Aufschlüsse über Entwicklungen und Kennzahlen erlaubt. Deshalb steht bei einer Beteiligungsprüfung die Grundidee des Start-ups im Fokus: Gibt es einen ausreichend großen Markt für das angebotene Produkt oder die zu erbringende Dienstleistung? Sind die Leistungen des Unternehmens „skalierbar“, also relativ einfach auch in andere Märkte zu exportieren?

Zweite Frage dieser vereinfachten „Due Dilligence“: Wie hoch wird die Ertragskraft des Unternehmens eingeschätzt? Viele begeisterte Gründer vergessen in der Anfangseuphorie, auf den Deckungsbeitrag pro verkaufter Einheit zu achten. Dieser muss aber nicht nur die Fixkosten wettmachen, sondern auch eine befriedigende Rendite für die Investoren ermöglichen – sonst ziehen Letztere eine risikoärmere Veranlagungsform vor. Selbst eine erfreuliche Momentaufnahme wird Profis zu wenig sein. Sie fragen sich, ob es im Zuge des Wachstums weitere hohe Investitionen braucht, die Gewinne verschlingen.

 

Bewertung

Was ist ein Start-up wert?

Über Bewertungsfragen von Start-ups sind mittlerweile Bücher verfasst worden. Drei relativ einfache Methoden für Investoren sind:

Discounted Cash Flow: Cashflows werden prognostiziert und auf den jetzigen Zeitpunkt diskontiert (abgezinst).

Venture-Capital-Methode: Ausgangspunkt ist der erwartete Verkaufspreis der Anteile in der Zukunft. Diese werden mit einem Zinssatz, der das Risiko des Scheiterns berücksichtigt, und der geschätzten Dauer bis zum Exit diskontiert.

Marktorientierte Bewertung: Man sucht vergleichbare, börsennotierte Unternehmen und dividiert durch den Größenunterschied.

Planungsfragen

Dann geht es um Hausaufgaben: Haben sich die Neugründer aufs Unternehmerdasein vorbereitet? Ist der Businessplan plausibel und berücksichtigt alle Kosten? Gerne werden wichtige Positionen vergessen, etwa  solche für Versicherungen und Rechtsberatung. Wie konkret ist die langfristige Planung, auf welchen Analysen und Kenntnissen beruhen die Prognosen? Wichtig ist auch, dass sich das Start-up, etwa durch Patent- und Musterschutz, rechtzeitig vor Nachahmern schützt. Wenn es sich bei den Gründern nicht einfach um schlaue Erfinder, sondern um Unternehmerspersönlichkeiten handelt, wurden auch die Schritte nach dem Produktionsstart überlegt: Es sollte also eine durchdachte Logistikkette, Marketingstrategie, Servicierung, Mahnwesen und Personalplanung geben, auch die Frage nach Abhängigkeiten von Dritten ist zu klären, um externe Risken weitgehend ausschalten zu können.

Erst nach diesem durchaus voluminösen Fragenkatalog geht es um die Persönlichkeiten der Gründer. Tatsächlich haben Untersuchungen ergeben, dass ein harmonisches Team mit hoher Konfliktlösungskompetenz, klarer Aufgabenteilung und guten Präsentationsfähigkeiten eine wichtige Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg ist. Diese Prüfungen klingen nicht nur aufwendig, sondern sind es auch. Wer als Privatanleger diese Mühen scheut, ist aber bei einem Fonds, der in Start-ups investiert, besser aufgehoben.

Innovative Finanzierungslösungen dank der KMU Beteiligungs AG

Die Raiffeisen KMU Beteiligungs AG ist ein Fonds der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG und unterstützt mit Fokus auf die langfristige Finanzierung kleine und mittlere Unternehmen in Oberösterreich beim Generationenwechsel (Nachfolge innerhalb der Familie, Management Buy Out oder Buy In) sowie bei Expansions- oder Investitionsfinanzierungen mit Eigenkapital- und Mezzaninfinanzierungen.

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