Erika Hochrieser

Managerin im Porträt – Frauenthal-Gruppe

Verantwortung braucht Vertrauen

Erika Hochrieser leitet als CFO die finanziellen Geschicke der erfolgreichen Frauenthal Holding. Ihre steile Karriere verdankt sie vielen Kenntnissen. Eigentlich studierte sie Sozialpädagogik, dann folgte ein Abschluss in internationaler Betriebswirtschaftslehre. Als sie dann mit der Frauenthal-Gruppe in Kontakt kam, ging es rasant. „Aus einer Teilzeitanstellung wurde schnell viel mehr, bald hatte ich meine erste Mitarbeiterin, dann mit viel gesammelten Erfahrungen erste Leitungsfunktionen – wobei Frauenthal damals ganz anders aufgestellt war als heute“, erinnert sich Erika Hochrieser. Anders aufgestellt bedeutet: Der Umsatz im Eintrittsjahr 2004 belief sich auf 200 Millionen Euro. Heute ist der Mischkonzern Frauenthal (Automotive und Handel) auf dem Weg zu einem Milliardenunternehmen. „Ich habe mich beruflich mit der Performance der Frauenthal-Gruppe mit vielen Erfolgen mitentwickelt.“ Dafür sind einerseits auch die Raiffeisenlandesbank OÖ, die Frauenthal auf dem Weg an die Spitze seit Jahren begleitet, und andererseits Hochriesers fundierte Kenntnisse verantwortlich: „Die Kombination aus Pädagogik und Wirtschaft ist perfekt. Man braucht viele Skills für diese Position. Ich habe eine Führungsposition angestrebt, möchte für Erfolge verantwortlich sein, sehen, wie etwas wächst und gedeiht. Mit den richtigen Leuten im Team und vertrauensvollen Chefs, die einem Verantwortung überlassen, macht der Job richtig Spaß.“

Spannende Zeiten

Seit mittlerweile 13 Jahren ist Erika Hochrieser in der Frauenthal-Gruppe tätig. Langweilig wurde ihr Job dabei nie, dafür ist der Erfolgsweg des Konzerns zu ambitioniert. Erst kürzlich akquirierte der Konzern die Mahle Motorkomponenten GmbH mit zwei deutschen Standorten – ein wichtiger Schritt, um zum unverzichtbaren Lieferanten für die europäische Automobilindustrie zu werden. Die neue Gruppe bei Frauenthal zu akquirieren, finanzieren, integrieren und zu sehen, wie sich Unternehmen gut entwickeln, das mag Hochrieser. Weil sie Menschen, Zahlen und Erfolge  mag. Ihre innere Balance stellt sie dadurch sicher, dass sie auch ihrer kreativen Seite Ausdruck verleiht: „Ich male sehr großflächige Bilder in den aufregendsten Farben mit archaischen Materialien, die viel Struktur auf der Fläche bringen.“ Fit hält sie sich durch Klettern und Tauchen, „da werde ich gefordert und herausgefordert“.

Und vielleicht auch deshalb findet sie es bedauerlich, dass viele Frauen die Chance zum Aufstieg gar nicht wahrnehmen wollen. Sie selbst hatte nie das Gefühl, speziell gefördert zu werden, „nur weil ich eine Frau bin. Auch in meinem Team unterstütze ich Frauen gleich wie Männer, eine gute Mischung im Team macht es aus.“ Frauenquoten in Unternehmen sieht sie kritisch, sie selbst hat es ja auch mit Leistung geschafft. Vielmehr würde sie die Rahmenbedingungen verändern: „Helfen würden bessere Einrichtungen für Kinderbetreuungsplätze, und das rund um die Uhr und das ganze Jahr über, damit einer Frau der Rücken freigehalten wird. Das ist der größte Knackpunkt, warum sich Frauen zeitintensiven Jobs mit Führungsverantwortung nicht voll widmen können.“

Das Unternehmen

Frauenthal-Gruppe
 

  • an der Wiener Börse notierter Mischkonzern
  • Sparten Automotive und Handel
  • Markt- und Technologieführer sowie Entwicklungspartner der europäischen Nutzfahrzeug- und Pkw-Industrie für Press- und Schweißkomponenten aus Metall (Gnotec), Druckluftbehälter und U-Bolts (Klemmbügel)
  • 25 Standorte in Europa und China
  • Umsatz 2017: rund 900 Millionen Euro
  • rund 3.700 Mitarbeiter
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