Wirtschaftsbarometer - Polen, Russland, China

Im Fokus: Brasilien, Peru, Indien, Mexiko

BRASILIEN: Bringt die Olympiade die Wende?

Große Probleme unter dem Zuckerhut: Das einstige Wirtschaftsmuster-land steckt in einer tiefen Rezession. Der dramatische Verfall der Rohstoffpreise macht die Sozialprogramme und die  aufgeblähte Verwaltung unfinanzierbar. Jetzt hofft man, dass die Olympischen Spiele im Sommer die Wende bringen: Da Brasiliens Konjunktur auch zu einem hohen Teil vom Binnenkonsum abhängt, könnte die Euphorie erfolgreicher Spiele tatsächlich zu einem Turnaround führen.

 

Bevölkerung:  202,8 Mio.
Hauptstadt: Brasília
BIP: 2.244,1 Mrd. USD
BIP/Kopf: 11.068 USD
BIP-Wachstum: + 0,15 %
Import/Export:  239,6 Mrd. USD/242,2 Mrd. USD
Währung: Real (BRL)

BRASILIEN: BRINGEN DIE OLYMPISCHEN SPIELE DEN AUFSCHWUNG?

 

Derzeit häufen sich die schlechten Nachrichten aus Brasilien: Zur ohnehin maroden Wirtschaft gesellen sich politische Katastrophen wie das Amtsenthebungsverfahren gegen Präsidentin Dilma Rousseff und der Einsturz einer neu gebauten Fahrradbrücke, der zwei Menschen leben forderte. Die Konrad-Adenauer-Stiftung unter-suchte, ob die XXXI. Olympischen Spiele, die zwischen 5. und 21. August in Rio de Janeiro stattfinden, die ersehnte Wende bringen könnten. Tatsächlich werden 500.000 Besucher aus dem Ausland erwartet, dazu 45.000 Freiwillige und 28.000 Journalisten, was dringend benötigte Devisen in die öffentlichen Kassen spielt. Zu-dem waren Ende April bereits die Hälfte der 7,5 Mio. Eintrittskarten für die einzelnen Events verkauft, was im langjährigen Schnitt liege, so die Experten des deutschen Thinktanks. Die öffentliche Hand Brasiliens, die umgerechnet 10 Mrd. Euro in die Spiele investierte, hofft auch auf üppige Werbeerlöse und langfristige Effekte auf den brasilianischen Tourismus. Laut Konrad-Adenauer-Stiftung haben aber die zahlreichen Infrastruktur- und Städtebauprojekte, die oft in Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft finanziert wurden, eher das Potenzial, die Wirtschaft langfristig zu unterstützen. Wie das geht, wollen sich die Brasilianer von Spanien abschauen. Das stimmt zuversichtlich. Schließlich gilt „Barcelona als Paradebeispiel für nachhaltige Transformation und Wirtschaftsentwicklung durch die Aus-richtung von Olympia“, so die Stiftung.

 

Peru: Der südamerikanische Wirtschafts-Musterknabe

Während viele Länder in der Region durch den Einbruch der Rohstoffpreise in grobe wirtschaftliche Schwierigkeiten gerieten, zeigt sich Peru stabil. Mehr noch: Das BIP wuchs über die vergangenen zehn Jahre durchschnittlich um (reale!) sechs Prozent, die Staatsschulden sind gering, die Aussichten auf weiteren Wohlstandsgewinn gut. Zurzeit versucht die Regierung den Finanzmarkt und die Bankenszene weiterzuentwickeln, um für ausländische Investoren noch interessanter zu werden.

 

Bevölkerung: 31,4 Mio.
Hauptstadt: Lima
BIP: 217,6 Mrd. USD
BIP/Kopf: 6.819,1 USD
BIP-Wachstum: + 5,1 %
Import/Export:  43,4 Mrd. Euro/41,9 Mrd. Euro
Währung: Nuevo Sol (PEN)

PERU: WACHSENDE MITTELSCHICHT

Brasilien und Venezuela belasten die wirtschaftlichen Daten in Südamerika. Peru übertrifft alle Erwartungen.

 

Die Prognosen sind nicht sehr gut: Lateinamerikas Wirtschaft wird auch 2016 schrumpfen, um zwar um 0,6 %, so die UN-Wirtschaftskommission bei der Präsentation ihrer jüngsten Prognosen. Allerdings sei das Wachstum in den einzelnen Ländern sehr unterschiedlich. Während Venezuela vor dem Zusammenbruch steht und die Rezession in Brasilien immer tiefer wird, glänzt Peru mit einem deutlich höheren Wachstum, als selbst die eigene Regierung angenommen hat. Die Folge daraus: Die Mittelschicht wächst und zieht neue Investitionen an. So sollen bis 2016 gleich 18 neue, riesige Shoppingzentren im Land errichtet werden, fast 700 Mio. US-Dollar werden in die neuen Einkaufstempel investiert. Da die meisten Shopping-Malls noch 2016 eröffnet werden sollen, wird dem Handelssektor ein Wachstum von 4,1 % prognostiziert. www.wko.at

 

INDIEN: Wird der asiatische subkontinent zur neuen lokomotive für die weltwirtschaft?

Indiens Wirtschaft boomt: Tatsächlich habe man in den vergangenen Quartalen bereits ein höheres Wachstum als China erzielt, lässt die Regierung euphorisch verlautbaren. Die Zahlen werden zwar von westlichen Experten etwas kritisch gesehen, Tatsache aber ist, dass die indische Regierung derzeit sehr viel unternimmt, um ausländische Investoren anzulocken und das Wirtschaftswachstum zu unterstützen.

 

Bevölkerung: 1.259,7 Mio
Hauptstadt: Neu-Delhi
BIP: 2.247,6 Mrd. USD
BIP/Kopf: 1.761,1 USD
BIP-Wachstum: + 6,4 %
Import/Export:  466 Mrd. Euro/336,6 Mrd. Euro
Währung: Indische Rupie (INR)

MEXIKO: Auf dem Weg zu Südamerikas nummer eins

Der Kurs stimmt: Die konsequente Privatisierung und die Ausrichtung der Wirtschaft auf neue Industriezweige bewirken, dass die Konjunktur seit 2011 deutlich anzieht. Mexiko profitiert natürlich vom mittlerweile etwas stabileren Ölpreis und vom Wachstum der USA, dem mächtigen Nachbarn im Norden. Das Land gilt aber auch für immer mehr europäische Unternehmen als perfekter Einstiegs-Hub in den südamerikanischen Markt, allerdings wird noch mehr Rechtssicherheit bei Verwaltungsakten gefordert.

 

Bevölkerung: 129,6 Mio.
Hauptstadt: Mexiko-Stadt
BIP: 1.367,3 Mrd. USD
BIP/Kopf: 11.321 USD
BIP-Wachstum: + 3,5 %
Import/Export:  381,2 Mrd. Euro/380,1 Mrd. Euro
Währung: Mexikanischer Peso (MXN)

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