Im Fokus: Indien, Iran, Großbritannien, China, Brasilien, Südafrika

Im Fokus: Indien, Iran, Großbritannien, China, Brasilien, Südafrika

 

Indien: Start-ups machen Mut

Nirgendwo anders auf der Welt streben die Menschen so stark nach unternehmerischer Selbstständigkeit wie in Indien, erhob der internationale Personalberater Randstad in einer globalen Studie. 83 Prozent der Arbeitnehmer am Subkontinent wären lieber selbstständig, 56 Prozent der Angestellten denken ernsthaft über eine Unternehmensgründung nach. Vor allem die indische Jugend sieht im Unternehmertum eine glänzende Zukunft: Fast drei Viertel der 25- bis 34-Jährigen möchten am liebsten selbst Arbeitgeber werden, mit zunehmendem Alter suchen die Inder ihr Heil lieber im Angestellten-Dasein. Für Randstad ist der Drang in die Selbstständigkeit einerseits dem unternehmerfreundlichen Ökosystem Indiens geschuldet, andererseits hätten zuletzt erfolgreiche Start-ups Begehrlichkeiten bei jungen Indern geweckt. Was dabei vergessen wird: 90 Prozent der indischen Start-ups scheitern in den ersten fünf Jahren.

 

Iran: Wirtschaftswachstum und neue Währung im Fokus

Irans Präsident Hassan Rohani gibt Gas: Im Programm bis 2022 ist ein Wirtschaftswachstum von acht Prozent pro Jahr geplant. Die Inflation soll im einstelligen Bereich bleiben. Tatsächlich stieg das BIP im ersten Quartal des aktuellen iranischen Jahres, das am 2. März begann, um 6,5 Prozent. Klammert man den Erdölsektor aus, waren es sogar sieben Prozent. Auch eine Währungsreform ist geplant: Der traditionelle Toman soll den 1925 eingeführten Rial ersetzen, der Umwechselkurs wurde mit ein Toman für zehn Rials festgesetzt. Die Umstellung sollte problemlos sein, viele Iraner haben die Bezeichnung „Rial“ nie benutzt. Ein weiterer Schwerpunkt von Rohanis Plänen liegt auf der Schaffung von Arbeitsplätzen, vor allem für junge Iraner. Internationale Analysten warnen aber vor überzogenen Erwartungen: Ohne Anbindung an das internationale Bankensystem blieben die Chancen im Iran verhalten.
 

GROSSBRITANNIEN:RÜSTEN FÜR EINE UNSICHERE ZUKUNFT

Derzeit ist noch völlig ungewiss, wie der EU-Austritt von Großbritannien ablaufen soll – und damit auch die Zukunft der österreichischen Exporte in das Vereinigte Königreich. Noch ist das BIP-Wachstum auf der britischen Insel solide, 2017 soll die Wirtschaft um 1,7 Prozent wachsen. Allerdings profitieren die Briten noch vom gemeinsamen Markt und einer deutlich schwächeren Währung, die allerdings die Inflation anheizt und die Kaufkraft deutlich senkt.

 

Bevölkerung: 65,64 Mio.
Hauptstadt: London
BIP: 2.373 Mrd. Euro
BIP/Kopf: 39.096 Euro  
BIP-Wachstum: + 1,8 %
Import/Export: 574,6 Mrd. Euro 
/ 370,1 Mrd. Euro
Währung: Pfund Sterling (GBP)

 

China: Festhalten an Wachstumszielen

China befindet sich nach wie vor in einer schwierigen Übergangsphase: Einerseits will man nicht mehr die Werkbank des Westens sein, andererseits braucht man hohes Wachstum, um die in die urbanen Zentren strömende, arme Landbevölkerung beschäftigen zu können. Derzeit scheint es, als würden die Nachhaltigkeitsbestrebungen wieder zurückgefahren, um die Wachstumsziele nicht zu gefährden. Zu beobachten ist auch die Entwicklung des beginnenden Handelskrieges mit den USA.

 

Bevölkerung: 1.382,7 Mio.  
Hauptstadt: Peking
BIP: 11.218 Mrd. USD
BIP/Kopf: 8.113,3 USD   
BIP-Wachstum: +6,7 %
Import/Export: 1.588,7 Mrd. USD / 2.119 Mrd. USD
Währung: Renminbi Yuan (RMB)

 

Brasilien: Die Talsohle ist durchschritten

Das politische Chaos scheint in Brasilien anzuhalten, wenigstens die Wirtschaft ist auf Erholungskurs. Die Agrarexporte steigen und auch die Industrieproduktion hat sich zumindest stabilisiert, sodass sich nach zwei Jahren scharfer Rezession für 2017 zumindest ein kleines Wachstum ausgehen sollte. Hauptproblem bleibt die hohe Arbeitslosigkeit, die den privaten Konsum bremst. Auch die Unternehmen bleiben angesichts der politischen Unsicherheiten bei Investitionen zurückhaltend.

 

Bevölkerung: 206,1 Mio. 
Hauptstadt: Brasília
BIP: 1.798,6 Mrd. USD
BIP/Kopf: 8.726,9 USD      
BIP-Wachstum: –3,6 %
Import/Export: 137,6 Mrd. USD / 185,2 Mrd. USD
Währung: Brasilianischer Real (BRL)

 

Südafrika: Dunkle Wolken am Kap der Guten Hoffnung

Das afrikanische Musterland schlittert immer tiefer in die Krise. Präsident Jacob Zuma sieht sich heftigen Korruptionsvorwürfen ausgesetzt, durch die Entlassung des Finanzministers im Frühjahr ist auch der letzte Stabilitätsanker für Investoren aus der Regierung verschwunden. Die Folge: Internationale Ratingagenturen setzten Südafrikas Bonität auf Ramschstatus. Die steigende Arbeitslosigkeit und höhere Steuern für Gutverdiener bremsen auch den für Südafrika so wichtigen privaten Konsum ein.

 

Bevölkerung: 55,9 Mio.
Hauptstadt: Pretoria, Kapstadt, Bloemfontein
BIP: 294,1 Mrd. USD
BIP/Kopf: 5.260 USD
BIP-Wachstum: +0,3 %
Import/Export: 74,7 Mrd. USD / 74,1 Mrd. USD
Währung: Rand (ZAR)

 

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