Innovationsreise

Daten statt Worten

Daten statt Worten

Über die Notwendigkeit der digitalen Transformation sind sich alle einig. Ein Problem könnte das Tempo sein: Zwischen den sich rasant entwickelnden technologischen Möglichkeiten und der konkreten Umsetzung in Unternehmen klafft mitunter eine Lücke. Die Linzer Start-up-Szene könnte diese schließen.

„Österreich soll zu den international führenden digitalen Wirtschaftsstandorten gehören“, hält die digitale Roadmap der Bundesregierung fest. Das will auch die Ministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort Margarete Schramböck. Für die Digitalisierung des Landes stellt ihr Ressort in den nächsten fünf Jahren 100 Millionen Euro zur Verfügung.

Strategien gefragt

Laut einer Studie des Beratungsunternehmens Deloitte planen im kommenden Jahr die Hälfte der befragten österreichischen Unternehmen, in robotergesteuerte Prozessautomatisierung zu investieren. Weitere 37 Prozent können sich eine mittelfristige Investition in diesem Bereich vorstellen. Gerhard Marterbauer, Partner bei Deloitte Österreich: „Die heimischen Finanzchefs konzentrieren ihre Investitionsbereitschaft auf den digitalen Fortschritt und versprechen sich davon vor allem effizienzsteigernde Effekte.

Allerdings hatte noch im Vorjahr die Studie „Supply Chain 4.0“ der TU Wien heimischen Firmen einen fehlenden Masterplan für die Digitalisierung bescheinigt. Problematisch sei etwa die mangelnde Bereitschaft, Prozess- und Maschinendaten mit Anlieferern zu teilen. „Diese stellen jedoch die Grundlage für eine optimale Lieferkette dar.“ Ein Manko, das etwa die WKO OÖ beheben will: Auf der von ihr initiierten Website www.wkdigitalisierungskompass.at finden sich dazu Vorzeigebeispiele mit gelungenen Umsetzungen sowie die Möglichkeit, eine auf den eigenen Betrieb zugeschnittene Strategie-Checkliste zu erstellen.

Innovative Versicherungslösungen

Zum Digitalisierungsvorreiter im Finanzsektor ist Raiffeisen OÖ geworden. Die auf innovative Versicherungslösungen spezialisierte Tochter RVM Versicherungsmakler etwa ist mit einer webbasierten Softwarelösung der Konkurrenz voraus: „Wir haben iClaim für unsere Kunden zur effizienten und transparenten Schadenabwicklung entwickelt. Die digitale Plattform vernetzt alle Beteiligten im Schadenprozess und beschleunigt die Kommunikationswege“, erklärt Markus Mühlberger, Mitarbeiter von RVM/Select Versicherungsmakler. Das neue Programm ist schon jetzt ein Erfolg: „Insbesondere Logistikunternehmen und Wohnbauorganisationen schätzen unsere Dienstleistung in diesem Bereich und vertrauen auf das bewährte Service. Das System ist flexibel und für jegliche Art der Abwicklung von Massenschäden interessant.“ Damit, so Mühlberger, sei eine papierlose und transparente Form der Schadenabwicklung möglich: „iClaim ist durch tagesaktuelle Abfragen und standardisierte Risikoberichte ein wesentliches Instrument zur Dokumentation und Steuerung des Risikomanagements. Diese selbst entwickelte Plattform ist ein wichtiger Bestandteil unserer breit gefächerten Dienstleistungspalette.

Ziel: Vernetzung aller Beteiligten auf einer digitalen Plattform.

Markus Mühlberger, RVM/Select Versicherungsmakler

Banking trifft Gründerspirit

Der Innovationsdruck bleibt auch in Zukunft hoch. Daher hat sich die Raiffeisenlandesbank OÖ letzten Herbst mit „think300“ den idealen Reisebegleiter für den Weg in die digitale Zukunft zur Seite geholt. „Wir wollen in puncto Digitalisierung ein Vorreiter sein“, erklärt Barbara Wagner von der Raiffeisenlandesbank OÖ. „Und mit dieser Kooperation ist eine tolle Win-win-Situation entstanden.“ Auf der einen Seite steht das Know-how und seriöse Standing einer regional verankerten Bank mit hohem Kundenvertrauen. Auf der anderen eine lebendige Start-up-Szene, für die digitale Geschäftsmodelle zur Grundausstattung gehören. Zudem bietet die Partnerschaft mit „think300“ Zugang zu dem Start-up-Ökosystem der startup300 AG sowie dem Start-up-Campus „factory300“ am Areal der Linzer Tabakfabrik.

RLB OÖ-Vorstand Stefan Sandberger, Michaela Lindinger, CEO von think300, Barbara Wagner von der RLB OÖ und Michael Eisler, Vorstand von startup300.

Start-up Finance Manager Gibble als erstes gemeinsames Baby

Das erste aus dieser Zusammenarbeit erwachsene Projekt steht kurz vor dem Abschluss: Die Lösung erleichtert Start-ups das für Fördergeber und Investoren nötige Reporting. Mit Gibble kann Business Angels in Echtzeit Einblick in Finanzdaten und Kennzahlen gewährt werden. „Gründer fokussieren oft auf Produktentwicklung und Sales“, weiß Business Angel und Vorstand der startup300 AG Bernhard Lehner. Für Investoren und Förderer sei es aber wichtig, die „Vitalfunktionen“ ihrer Start-ups stets übersichtlich und zeitnah parat zu haben. Und eine Voraussetzung, um im Krisenfall keine wertvolle Zeit zu verlieren. „Zugleich macht die einheitliche Struktur der App die Reportings für uns Business Angels besser vergleichbar“, so Michael Eisler, Vorstand von startup300. „Dieses Benchmarking ist unheimlich wertvoll.“ Umgekehrt bekämen die Start-ups mit Gibble ein leicht zu bedienendes automatisiertes Reportingtool, das auch Möglichkeiten wie Vorschaurechnungen oder eine Cashbestand-Frühwarnfunktion enthält.

Für die Bank sei dies ein erster Schritt in eine ausbaufähige Richtung, erklärt Wagner. „Wir halten etwa auch das Angebot von eigenen Banking-Dienstleistungen auf einer Plattform gebündelt mit Lösungen durch Kooperationen von Fintechs für sehr smart.“ Der Trend aus den USA zeige, dass man Bankkunden durch maßgeschneiderte Vernetzung auf Basis leistungsfähiger Infrastruktur noch mehr Nutzungskomfort bieten könne.

iClaim – die intelligente Softwarelösung

iClaim ist eine WEB-basierte Softwarelösung, die speziell für den Einsatz zur Abwicklung von Massenverträgen im Bereich Wohnbau und Transport konzipiert wurde.

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Raiffeisenlandesbank OÖ tritt mit think300 die Reise in die digitale Zukunft an

Die RLB OÖ und think300 beschreiten gemeinsam den Weg in künftige digitale Welten, um an „Zahlungslösung der Zukunft“ zu arbeiten.

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