Mobilität

Unterwegs in die Zukunft

Unterwegs in die Zukunft

Das Auto soll umweltfreundlicher, sicherer und bequemer werden. Die automotive Industrie bastelt bereits mit Hochdruck an den technologischen Grundlagen dafür.

Bis das autonom fahrende Elektroauto zur Selbstverständlichkeit wird, braucht es eine Vielzahl kleiner Schritte. Größte Hürde für das autonome Kraftfahrzeug sind Sicherheitsbedenken, zumal es einige Unfälle mit Testfahrzeugen gab. Ebenso sind rechtliche Fragen und Bedenken der (menschlichen) Lenker noch zu überwinden. Die fortschreitende Verbesserung von künstlicher Intelligenz dank enormer Datenmengen wird sich aber positiv auswirken. Wird das Stauproblem in Städten damit automatisch gelindert? Wohl kaum, warnen Experten. Vielmehr braucht es radikal neue Verkehrsmodelle für Ballungszentren – was rein technologisch dank Big Data & Co. kein Problem ist.

Der Verkehr gilt zudem als einer der Schuldigen für den Klimawandel. Doch wie rasch werden Elektroautos die herkömmlichen Diesel- und Benzinmodelle vertreiben? Angetrieben von Tesla, haben längst alle Hersteller solche Modelle im Einsatz oder werken bereits an einer grünen Flotte. Bis dahin werden die herkömmlichen Motoren ständig verbessert: Seit 1995 wurden die CO2-Emissionen der europäischen Flotte der BMW Group durch den vermehrten Einsatz moderner Dieselaggregate um 42 Prozent gesenkt. „Der Verbrennungsmotor wird noch auf lange Sicht die vorherrschende Antriebsform sein“, ist Christoph Schröder, Geschäftsführer vom BMW-Motorenwerk in Steyr, überzeugt. Der Standort spielt für den Hersteller beim Thema Antrieb eine zentrale Rolle – in Steyr werde mit Hochdruck daran gearbeitet, bei den Motoren Emissionen und Verbrauch zu senken, betont Schröder. Alleine durch Effizienzverbesserung herkömmlicher Motoren und die steigende Verbreitung von Elektro- und Hybridmodellen könne der CO2-Ausstoß im Verkehrssektor in Österreich bis 2030 um beinahe ein Drittel reduziert werden, heißt es in einer Studie, die vom Automobilclub ÖAMTC in Auftrag gegeben wurde. Wenn es strenge rechtliche Vorgaben geben sollte – etwa Verbot von Verbrennungsmotoren –, würde der Wandel noch rascher passieren.

Wir investieren in neue Motorengenerationen und in Elektromobilität.

Christoph Schröder, BMW Group Werk Steyr

Gerüstet für den Umbruch

Der automobile Umbruch bringt für Österreichs Industrieunternehmen zusätzliche Chancen: So hat der Leondinger Batteriehersteller Banner den Umsatz im vorigen Geschäftsjahr um rund elf Prozent erhöht, vor allem wegen der steigenden Nachfrage bei Batterien für Start-Stopp-Fahrzeuge. Mit diesen können Treibstoff und CO2-Ausstoß deutlich reduziert werden. Im BMW Group Werk Steyr werden bereits zwei Drittel aller Motoren für Hybridantriebe der BMW-Group-Fahrzeuge hergestellt – und die entsprechenden Kapazitäten werden weiter ausgebaut. „Wir investieren in neue Motorengenerationen, in Elektromobilität und in noch mehr Kapazität und Flexibilität“, berichtet Chef Christoph Schröder. Für die Raiffeisenlandesbank OÖ als starkem regionalem Bankpartner mit ausgezeichneten internationalen Kontakten hat die bestmögliche Unterstützung und Servicierung von innovativen oberösterreichischen Leitbetrieben wie BMW Motoren GmbH in Steyr einen äußerst hohen Stellenwert. Seit fast 15 Jahren sind die zwei Unternehmen gemeinsam in einem partnerschaftlichen Netzwerk erfolgreich, das sich auch auf zahlreiche BMW-Vertriebsstandorte in CEE erstreckt.

Start-ups helfen Großkonzernen

Innovationen auf den Boden zu bringen und zu begleiten, sind klare Aktionsfelder eines auf Zukunft ausgerichteten Finanzpartners. Die Raiffeisenlandesbank OÖ agiert in diesem Feld nachhaltig und kann mit AVL – einem Vorzeigeunternehmen in Sachen Innovation – bereits auf eine erfolgreiche langjährige Partnerschaft zurückblicken. Der Antriebsspezialist AVL fördert mit seiner Initiative „Creators Expedition“ (www.creators-expedition.com) Start-ups und ihre Ideen für den automobilen Wandel. In Form von sechsmonatigen Co-Innovationsprojekten erhalten sie Ressourcen und Know-how. Daneben sei für Start-ups vor allem der unabhängige Zugang zur Automotive-Branche relevant, betont Jonas Schneider, Leiter der Creators Expedition bei AVL List. „Deswegen muss sich das junge Start-up nicht in seiner frühen Phase auf einen Autohersteller festlegen, kann aber dennoch von dem Wissen und Netzwerk eines Weltmarkführers profitieren.“ Fünf Projekte wurden bisher gestartet, sie gehen in Richtung autonomes Fahren, Elektrifizierung und künstliche Intelligenz – genau jene Felder, die für das Familienunternehmen selbst und für die Branche insgesamt so wichtig sind.

Offen für Neues

Die Vielzahl an Innovationsfeldern fordert von den etablierten Industriegrößen ein radikales Umdenken. Ihre Produkte, also die Fahrzeuge, müssen sich zur Plattform wandeln, an die auch werksfremde Komponenten andocken können. Ein Vorreiter dieser Philosophie ist das junge oberösterreichische Unternehmen Syn Trac mit seinem gleichnamigen Fahrzeug, einer Mischung aus Traktor, Unimog und Lkw – die Einsatzmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Basis ist ein Trägerfahrzeug mit einem speziellen Dockingsystem sowohl vorne als auch am Heck, an das unterschiedliche Anbauten wie Schneefräsen, Mähwerke oder Streumaschinen angebracht werden. Dadurch kann das Vielzweckfahrzeug in der Land- und Forstwirtschaft ebenso wie im Katastrophenschutz oder bei Arbeiten in Gemeinden eingesetzt werden. Das 2015 gegründete Unternehmen hat derzeit 15 Mitarbeiter, die Übernahme von 26 Prozent durch die Raiffeisen KMU Beteiligungs AG soll weiteres Wachstum sichern, so Syn-Trac-Gründer Stefan Putz. Als Hausbank vertraut er auf die Raiffeisenbank Salzkammergut. Die Markteinführung und das Wachstum innovativer Ideen erfordern Expertise und ein starkes Netzwerk. Eine umfassende Betreuung von der Gründung bis zur Wachstumsfinanzierung ist durch eine enge Zusammenarbeit zwischen den Raiffeisenbanken vor Ort und dem zusätzlichen Know-how der Raiffeisenlandesbank OÖ AG garantiert. Die Zukunftsaussichten für das ungewöhnliche Syn-Trac-Gefährt sind jedenfalls rosig – vor Kurzem wurde das Unternehmen von der Wirtschaftskammer Oberösterreich zu einem der „Hottest Start-ups“ gewählt.

vlnr.: Klaus Ahammer, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenbank Salzkammergut, Firmenkundenbetreuer Horst Schusterbauer (RB Salzkammergut), Syn Trac-Firmengründer und Geschäftsführer Stefan Putz mit Tochter Anna Putz, Daniel Haider, Raiffeisen KMU Beteiligungs AG, Reinhard Schwendtbauer, Beteiligungsvorstand der Raiffeisenlandesbank OÖ

Beteiligungskapital als alternative Finanzierungsform von Innovation und Wachstum

Die Raiffeisen KMU Beteiligungs AG ist ein Fonds der Raiffeisenlandesbank OÖ und unterstützt mit Fokus auf die langfristige Finanzierung Unternehmen beim Generationenwechsel sowie bei Expansions- oder Investitionsfinanzierungen mit Eigenkapital- und Mezzaninfinanzierungen.

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