MANAGERIN IM PORTRÄT

Frauscher Boats

Wie man von Gmunden in See sticht

Mit 30 Jahren wurde Andrea Frauscher-Oberfrank Geschäftsführerin von Frauscher Boats – und erobert mit ihren Cousins von Gmunden aus die sieben Weltmeere.

Das Thema Mann/Frau ist in unserer Branche gegessen“, sagt Andrea Frauscher-Oberfrank, Geschäftsführerin von Frauscher Boats in Gmunden und Ohlsdorf. Und nimmt damit allen den Wind aus den Segeln, die glauben, der Bootsbau sei eine reine Männerdomäne. Wenn sie mit ihren Cousins, die gemeinsam mit ihr das Familienunternehmen führen, auf Messen geht, spürt sie keinerlei Vorbehalte.

 

DAS UNTERNEHMEN

Die 1927 in Wien gegründete Firma ging im Zweiten Weltkrieg unter und wurde 1945 in Gmunden neu gegründet. In den 80er-Jahren wurde das Unternehmen zur Gruppe mit den Geschäftszweigen Hafen, Immobilien, Zubehörhandel und Schiffe. Pro Jahr werden mit 50 Mitarbeitern etwa 70 Boote hergestellt, der Umsatz liegt bei rund 16 Millionen Euro.

Vom Binnensee zum Weltmeer

Was wohl auch daran lag, dass bei den Frauschers Familie und Unternehmen nie ganz getrennt waren. Man wohnte im Werftgebäude oder hatte die Werft zu Hause – je nach Perspektive. Sie besuchte eine Wirtschaftsschule, machte ihre Matura, danach war sie selbstständig. Als der Vater in Pension gehen wollte, schlug ihre Stunde. Einfach machte sie sich die Nachfolge nicht, gemeinsam mit ihren Cousins baute sie das Unternehmen und dessen Angebot komplett um. Mit großem Erfolg: Das Unternehmen ist international hoch renommiert, die attraktiv designten Boote gewinnen laufend Preise. Andrea Frauscher-Oberfrank sorgt als Finanzchefin dafür, dass der wachsende Umsatz auch ergebniswirksam ist. Zudem ist sie für die Immobilien des Unternehmens zuständig, wo sie von der Raiffeisenbankengruppe OÖ als Bankpartner unterstützt wird. Und auch der Hafen in Gmunden, wo Liegeplätze vermietet sowie Reparaturen und sonstige Services angeboten werden, ressortiert bei ihr.

Ein traditionelles Geschäft: Seit den 50er-Jahren sind Frauschers Elektroboote die Könige der heimischen Seen. Trotzdem gehen heute 85 Prozent der Boote in den Export. Meist sind sie in den Häfen mondäner Badeorte am Meer zu finden. „Unsere rund 50 Mitarbeiter brauchen einen starken Bezug zum Wasser, auch ein Freiheitsgefühl“, erklärt Frauscher-Oberfrank, wie man mitten in den Alpen den maritimen Geschmack trifft. Natürlich sind auch viele Frauen bei den Frauschers angestellt, „sie sind offener und können oft besser auf andere Gefühlswelten eingehen“.

 

Managerin im Porträt

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