Deutschland

Fast wie zu Hause

Deutschland: FAST WIE ZU HAUSE

Ein Land der Superlative: Deutschland ist mit Abstand wichtigster Handelspartner der österreichischen Wirtschaft. Die geografische Nähe, die fehlende Sprachbarriere, die Größe des Marktes sowie ein sehr ähnliches Handelsrecht sorgen dafür, dass sich daran auch in Zukunft kaum etwas ändern wird.

Wenn Deutschland hustet, hat Europa die Grippe: Gleich für 16 der 28 EU-Staaten ist der seit 1990 wiedervereinte Riese ein unverzichtbarer Exportmarkt. Auch für Österreich: 2016 gingen rund 30 Prozent der Exporte nach Deutschland. In Branchen wie der Automobilzulieferindustrie, bei Lebensmitteln und im Maschinenbau ist der Anteil noch höher.

Ein schönes Beispiel dafür ist die oberösterreichische Firma DFT Maschinenbau. Sie kennt die Vorzüge des deutschen Marktes längst aus eigener Erfahrung. Das 1996 von Jürgen Prenninger und Wolfgang Überwimmer gegründete Unternehmen ist auf automatisierte Montage- und Prüftechnik für die Automotive Industry spezialisiert und beliefert Hersteller von Kraftfahrzeugpumpen, Verteilergetrieben, Turboladern, Brems- und Abgasnachbehandlungssystemen, elektronischen Sicherheitsbauteilen und vielem anderem mehr. Das gesamte DFT-Portfolio wird auch auf dem deutschen Markt vertrieben. „Aufgrund der Größe des Landes gibt es in Deutschland automatisch mehr Industrie“, erklärt Geschäftsführer Jürgen Prenninger. Anders gesagt: Das Unternehmen mit Sitz in Pochendorf bei Kremsmünster (OÖ) findet beim Nachbarland einfach viel mehr Möglichkeiten, um neue Projekte umzusetzen. Die Folge: „Wir sind stark exportorientiert. 50 bis 80 Prozent unseres Umsatzes machen wir im Ausland.“ Wobei der Einsatzort meist von deutschen Kunden vorgegeben wird: „Wir sind dort tätig, wo unsere Kunden einen Produktionsstandort eröffnen. Daher sind unsere Projekte geografisch breit gestreut“, erläutert Prenninger.

 

„Keine großartigen Unterschiede“

Unterschiede zwischen dem österreichischen und dem deutschen Markt sieht der DFT-Geschäftsführer auch nach längerem Nachdenken eigentlich kaum. Das wesentliche Differenzierungsmerkmal sei den unterschiedlichen Dimensionen geschuldet: In der Heimat ist die Zahl der Kunden der oberösterreichischen Spezialisten höher, in Deutschland sind die Projekte größer dimensioniert. „Aber die Aufgabenstellungen, die technischen Herausforderungen, die Verträge und die Projektentwicklung sind überall die gleichen“, erklärt Prenninger. Das gelte auch für Projekte an exotischeren Destinationen. Da es sich bei den dortigen Abnehmern meist um Niederlassungen deutscher Konzerne handelt, werden die Verträge darüber ebenfalls mit den Zentralen ausverhandelt oder nach deutschen Mustern gestaltet: „Alle haben annähernd die gleichen Vertragsgrundlagen, egal, ob das Werk in Deutschland, Mexiko oder Tschechien steht“, erklärt der Geschäftsführer. „Natürlich muss man sich an die Gegebenheiten vor Ort anpassen“, etwa in Sicherheitsfragen oder Personalangelegenheiten. „Am wichtigsten ist, die Mentalität zu kennen, also, wie die Leute vor Ort ticken“, fügt er hinzu. Deutsche Kunden etwa „bevorzugen eine sehr knappe, direkte Sprache“, meint Prenninger. Ein Unterschied, der mit steigender Größe auch verschwindet. Denn: „Konzerne funktionieren im Wesentlichen überall auf der Welt gleich.“
 

 

Mangel an guten Fachkräften im Baubereich

„In Deutschland bauen wir technisch nicht anders als in anderen Ländern“, erklärt auch DI Hubert Wetschnig. Für den Geschäftsführer der HABAU Group ist die Größe des Landes ebenfalls der wesentlichste Unterschied zwischen dem deutschen und dem österreichischen Markt. Wetschnig: „Unser Schwerpunkt in Deutschland sind derzeit Infrastrukturprojekte wie Brücken-, Straßen-, Tunnel- und Pipelinebau.“ Das private Bauunternehmen ist seit 1989 auf dem deutschen Markt vertreten, der Start erfolgte in Bayern. Später übersiedelte man nach Heringen, mit dem Kauf der Universalbeton Heringen GmbH & Co. KG kamen 1992 zwei Fertigteilwerke dazu. Weitere Firmenkäufe folgten: PPS Pipeline Systems GmbH in Quaken­brück (2002), Hans Holzner Baugesellschaft mbH in Rosenheim (2007). 2008 kam die ÖSTU-STETTIN Hoch- und Tiefbau GmbH, die alle Tunnelbauprojekte abwickelt, zur Gruppe dazu und 2012 die RAS Rohrleitungs- und AnlagenService GmbH mit Sitz in Meppen.

 


Mit der MCE GmbH ist das Unternehmen seit 2016 im Brückenbau tätig und Lieferant von komplexen Stahlbauten und Stahlbauanlagen für Industrie und Infrastruktur in Europa. Derzeit beschäftigt die HABAU Group rund 5.000 Mitarbeiter und zählt mit einer Bauleistung von 1,3 Milliarden Euro pro Jahr zu den Top-4 Bauunternehmen Österreichs. Ein ebenfalls noch zu beachtendes Detail: Die deutsche Baubranche greift auf ein anderes Regelwerk zurück, „und darauf müssen wir uns einstellen“, erklärt Wetschnig. „Die Vergaben laufen aber genauso sauber ab wie in Österreich“, fügt er hinzu. Größere Schwierigkeiten bereitet der HABAU der Fachkräftemangel im Ingenieurbereich, „damit kämpfen aber alle Firmen“, weiß der Geschäftsführer.

 

Verlässlicher Partner für Auslandsgeschäfte

Was die finanzielle Situation angeht, müssen aber weder die DFT noch die HABAU „kämpfen“. Beide Unternehmen verlassen sich in Bankangelegenheiten auf den laut Wetschnig „verlässlichen Finanzierungspartner“, die Raiffeisenlandesbank OÖ. Auch DFT-Geschäftsführer Prenninger ist mit der Bank „mehr als zufrieden. Gerade für Auslandsabsicherungen bzw. -förderungen oder auch für Auslandsgeschäfte mit Exportförderung ist die Raiffeisenlandesbank OÖ ganz klar unser Ansprechpartner.“

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