Tschechische Republik

Das neue Wohl­befinden

Tschechische Republik


Der Höhenflug in der Tschechischen Republik hält an: Mit einem Wirtschaftswachstum von über zwei Prozent gehört das hoch industrialisierte EU-Mitglied weiterhin zu den Top-Performern.

Die wirtschaftlichen Aussichten in der Tschechischen Republik sind vielversprechend. Seit die Notenbank 2013 die Landeswährung Kronen abwertete und so tschechische Waren im Ausland billiger machte, ist die Finanzkrise bewältigt, 2016 zählte das Land zu den dynamischsten Regionen Europas. Den Aufschwung, der seit dem EU-Beitritt 2004 an Dynamik gewann, verfolgt die Lasselsberger Group bereits seit gut 20 Jahren. „Wir sehen Tschechien auch im Vergleich zu anderen osteuropäischen Ländern als einen gut entwickelten Industriestandort mit guten Wachstumsaussichten“, so CFO Walter Riess.

Walter Riess, CFO der Lasselsberger Group

Der Rohstoff-, Baustoff- und Fliesenproduzent mit Sitz in Pöchlarn übernahm zwischen 1998 und 2002 führende tschechische Keramik-Unternehmen. Mit der Division „Ceramics“ zählt Lasselsberger mittlerweile zu den größten europäischen Produzenten von keramischen Fliesen. „Heute verfügen wir über sechs Gesellschaften in Tschechien – darunter die Lasselsberger s.r.o., die unter dem Markennamen RAKO zu den größten Fliesenproduzenten Europas zählt, die LB Minerals s.r.o., eine der bedeutendsten Rohstoffgesellschaften Zentral- und Westeuropas, sowie die LB Cemix s.r.o., einer der größten Baustoffproduzenten Tschechiens“, erklärt Riess. Die positive konjunkturelle Entwicklung unterstützt die Entwicklung am lokalen Markt. „Noch bedeutender für uns ist der vor vielen Jahren eingeschlagene Weg, den Vertrieb stärker zu internationalisieren. Unser Fliesenproduzent und LB Minerals s.r.o. erwirtschaften mittlerweile rund zwei Drittel ihrer Umsätze im Export, vor allem nach Westeuropa“, sagt Riess.

Neben Fahrzeugen und kleineren maschinellen Anlagen finanziert die Baustoff-Gruppe in Tschechien ein Logistikzentrum am Standort Rakovnik und zukünftig auch ein neues in Chlumcany über Leasing. Als passenden Partner für alle finanziellen Belange hat man die Raiffeisenlandesbank OÖ ausgewählt. „Die Raiffeisenlandesbank OÖ ist schon seit vielen Jahren am tschechischen Markt mit eigenen starken Finanzierungsgesellschaften vertreten. Lokales Know-how kombiniert mit lang­jähriger zufriedenstellender Zusammenarbeit sowie österreichischen, unternehmerisch denkenden Entscheidungsträgern, das sind für uns wesentliche Erfolgskriterien“, konstatiert Riess.

Mehr Arbeitskräfte benötigt

Durch die reibungslose Zusammenarbeit im Leasingbereich kann sich die Lasselsberger Group auf eine der wesentlichen Herausforderungen der Zukunft konzentrieren: Der Arbeitsmarkt hält mit dem wirtschaftlichen Aufschwung Tschechiens nicht Schritt, den Unternehmen gehen die Arbeiter aus. „Langfristig von Bedeutung ist neben der Steuerpolitik, Energieversorgung, Umweltpolitik und Bürokratie vor allem die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften“, skizziert Riess die Bedeutung des Problems. Die Engel Austria GmbH, Hersteller von Spritzgießmaschinen und dazugehörigen Automatisierungsanlagen, hat deshalb schon im Herbst 2015 damit begonnen, an ihrem Standort im tschechischen Kaplice in den Nachwuchs zu investieren.

„Zwanzig junge Männer und Frauen werden derzeit zu Maschinenmechanikern und Metalltechnikern ausgebildet“, erzählt Peter Jungwirth, Werksleiter von Engel strojírenská. „Wir haben nach dem Vorbild der staatlich ausgezeichneten Lehrwerkstätte am Stammsitz in Schwertberg auch eine in Kaplice eingerichtet und das in Österreich sehr erfolgreiche Modell der dualen Berufsausbildung übernommen. Wir kooperieren dafür mit zwei Schulen in Kaplice und Velešín.“ Engel strojírenská spol. s.r.o. wurde 2001 gegründet. Damals begannen zwölf Mitarbeiter mit der Montage von elektronischen Komponenten. 2004 übernahm das Team in Tschechien weitere technische Dienstleistungen für die österreichischen Werke, 2005 folgte die Sparte Stahlbau, zunächst mit der Produktion von Ölbehältern und Elektroschaltschränken, bevor ein Jahr später die Rahmen der Spritzgießmaschinen hinzukamen. „Aktuell beschäftigen wir in Kaplice 800 Mitarbeiter, mit steigender Tendenz“, erzählt Jungwirth. Der Standort wird zurzeit stark ausgebaut. Bis Herbst 2017 wird man die Produktionsfläche mehr als verdoppeln und ein größeres Verwaltungsgebäude errichten.

Management der Firma Engel

Engel strojírenská ist innerhalb der weltweit agierenden Engel Gruppe das Kompetenzzentrum für die Blechverarbeitung und Elektromontage. In Kaplice werden unter anderem Schaltschränke, Maschinenrahmen, Gehäuseteile und Förderbänder produziert. „Damit spielt das Werk im Produktionsverbund der Unternehmensgruppe eine Schlüsselrolle. Die hohe Fertigungstiefe ist für Engel ein wichtiger Erfolgsfaktor. Sie ermöglicht es, weltweit konstant hohe Qualität zu liefern und die immer individueller werdenden Anforderungen der Kunden flexibel zu erfüllen“, sagt Jungwirth.

Auf höchste Qualität legt auch die Hauser GmbH Wert. Das Linzer Unternehmen ist europaweit erfolgreicher Komplettanbieter für Kühlmöbel und Kältetechnik. Die Firma, die 2016 ihr 70-jähriges Jubiläum feierte, produzierte bis 1991 ausschließlich in Österreich. Dann wagte das Unternehmen den Expansionsschritt und gründete in Kaplice mit HAUSER spol. s. r. o. das zweite Produktionswerk. „Natürlich war es eine mutige Entscheidung so kurz nach der Wende“, meint CEO Thomas Loibl. Dieser Schritt war von strategischer Bedeutung für das Unternehmen und hat die Wettbewerbsfähigkeit massiv gestärkt. Mit dem Unternehmenswachstum wachsen auch alle tschechischen Standorte in Kaplice, Budweis und Prag kontinuierlich. Nur der Konkurrenzkampf um gut ausgebildetes Personal macht Sorgen. „Der Fachkräftemangel ist in Tschechien allgegenwärtig“, so Loibl.

Franz Grill, Geschäftsführer der Zambelli-technik spol. s r.o.

„1991 war es noch kein Problem, gute Mitarbeiter zu bekommen“, erinnert sich auch Franz Grill, Geschäftsführer der Zambelli-technik spol. s r.o. „Heute hängen in der ganzen Region ‚Suchen Mitarbeiter‘-Schilder. Werbeflyer von Firmen und Personalagenturen bekommt ein tschechischer Haushalt fast täglich.“ Mit Standorten in Krumau und Budweis ist das Tochterunternehmen der Zambelli Gruppe Spezialist im Bereich Metallbearbeitung. „In Tschechien sind wir überwiegend in der industriellen Metallbearbeitung und mit unseren Dachentwässerungssystemen aktiv, zwei der vier Gruppen-Produktbereiche“, so Grill. Vor 25 Jahren, als Zambelli in Tschechien expandierte, wollte man lediglich eine verlängerte Werkbank für die Zambelli-Metalltechnik in Wegscheid gründen. „Wir haben unsere Investitionen in Maschinen und Produktionsanlagen auf leistungsfähige und moderne Technologien ausgerichtet“, so der Geschäftsführer. „Diese Entscheidungen waren richtig.“ Denn die Zeiten, mit günstigeren Arbeitskräften einfache und lohnintensive Tätigkeiten anzubieten, sind längst vorbei. „Unsere Kunden erwarten perfekten Lieferservice und qualitativ hochwertige Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen“, so Grill. „Es ist primär unsere Aufgabe, Fachkräfte im Haus aus- und weiterzubilden und die Zusammenarbeit mit Universitäten und Fachschulen weiter zu forcieren.“

 

Leasing-Pionier

Seit mehr als 20 Jahren ist die Raiffeisen-IMPULS-Leasing in Tschechien tätig. Die Tochter der Raiffeisen-IMPULS-Leasing in Linz deckt mit den fünf Standorten Prag, Budweis, Pilsen, Pardubice und Brünn den gesamten tschechischen Markt ab. Derzeit werden mehr als 4.000 Verträge mit einer Finanzierungsleistung von 231,5 Millionen Euro verwaltet, die Schwerpunkte liegen auf Kfz- und Mobilien- sowie Immobilien-Leasing und in den Bereichen Agrarfinanzierungen und Transport. Kunden profitieren von mehrsprachigen Betreuern, Finanzierungen in Euro und Kronen sowie angebotenen Versicherungsleistungen.

www.ril.at

Wirtschaftszweig Tourismus

Neben der Industrie boomt auch der Tourismus in Tschechien – übrigens seit 2016 auch offizieller Zweitname der Tschechischen Republik. Vor allem Prag, seit 1992 UNESCO-Weltkulturerbe, ist beliebtes Reiseziel. Das Welser Brüderpaar Rudolf und Christian Ploberger wagte dort bereits 1990 ein Hotelprojekt. „Damals gab es erst wenige restituierte Gebäude“, erzählt Rudolf Ploberger. „Als wir 1993 eine geeignete Immobilie erwarben, gab es in Prag kaum eine Bank, die ein Development langfristig unterstützen wollte.“ Das Projekt sei für eine internationale Finanzierung zu klein, hieß es damals. 1995 eröffneten die beiden Unternehmer in der Prager Innenstadt trotzdem das Vier-Sterne-Hotel „Maximilian“. 2002 folgte mit dem „Josef“ im jüdischen Viertel das erste Prager Designerhotel. Mittlerweile ist der Hotelmarkt in Prag überbesetzt, neue Konzepte sind gefragt. Als lukratives Geschäftsfeld hat sich dabei der Kongresstourismus entpuppt: Prag gehört als Konferenzstandort inzwischen weltweit zu den Top Ten. „Dank des finanziellen Erfolges können wir das Hotel Maximilian in Zusammenarbeit mit Conran & Partners, London, komplett erneuern und neu im Markt positionieren“, so Ploberger. „Das Hotel Josef wird 2020 rundum erneuert. Damit können wir im harten Wettbewerb mit großen Konzernen unseren Familienbetrieb wachsen lassen und der nächsten Generation einen guten Start ermöglichen.“

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