Wirtschaftsbarometer - Polen, Russland, China

Im Fokus: Polen, Russland, China

Polen: Die Wachstumslokomotive

Mögen andere osteuropäische Länder nach 2008 tief in die Krise gerutscht sein, Polen wächst unverdrossen weiter deutlich über dem EU-Schnitt. Die neue konservative Regierung in Polen will jetzt den KMU den Rücken stärken und hat ein entsprechendes Investitionsprogramm angekündigt, das Polen in eine „knowledge-based economy“ verwandeln soll. Österreich zählt zu den zehn wichtigsten Auslandsinvestoren in Polen.


Bevölkerung:

38,5 Mio.
Hauptstadt: Warschau
BIP: 427,5 Mrd. Euro
BIP/Kopf: 17.500 Euro
BIP-Wachstum: +2,8 %
Import/Export: 154,4 Mrd. Euro /
152,1 Mrd. Euro
Währung: Zloty (PLN)

Russland: Schwieriger Nachbar

Die Europäische Union hat die Russland-Sanktionen verlängert, also werden auch die Gegenmaßnahmen nicht ausgesetzt werden. Tatsächlich leidet die russische Wirtschaft vor allem unter den niedrigen Rohstoffpreisen, wie sich die gegenseitigen Handelssanktionen mit der EU auswirken, ist kaum feststellbar. Zumindest hat Russland eine Rezession vermeiden können. Es scheint zurzeit kaum einen Ausweg aus dem politischen Patt zwischen Brüssel und Moskau zu geben.

 

Bevölkerung: 143,7 Mio.
Hauptstadt: Moskau
BIP: 2.098 Mrd. USD
BIP/Kopf: 14.406 USD
BIP-Wachstum: +0,5 %
Import/Export: 286,6 Mrd. Euro /
497,8 Mrd. USD
Währung: Rubel (RUB)

China: Der Riese im Wandel

Mit den zweistelligen Wachstumsraten scheint es vorerst vorbei zu sein, Mitte des vergangenen und zu Beginn des heurigen Jahres haben dramatische Kursverluste an den Börsen Schockwellen durch die Weltwirtschaft gesandt. Tatsache aber ist: China wächst weiter mit mehr als sechs Prozent, die aktuelle Führung versucht, die Wirtschaft exportunabhängiger zu machen und den privaten Konsum anzukurbeln.

 

Bevölkerung: 1.367,5 Mio.
Hauptstadt: Peking
BIP: 11.285 Mrd. USD
BIP/Kopf: 8.211,5 USD
BIP-Wachstum: +6,8 %
Import/Export: 1.950 Mrd. USD /
2.209 Mrd. USD
Währung: Renminbi (RMB)

Polen: Neues Regierungsprogramm

Kaum war die neue national-konservative Regierung in Polen gewählt, stellte die neue Premierministerin Beata Szydlo Mitte November auch schon ihr Regierungsprogramm vor. Es sieht unter anderem auch umfassende Änderungen in der bisher eigentlich überaus erfolgreichen Wirtschaftspolitik vor. An der Spitze der Reformen steht ein umfangreiches Sozialpaket: So wird beispielsweise ein monatliches Kindergeld in der Höhe von 500 Zloty (ca. 120 Euro) ausbezahlt, das Rentenalter sinkt auf 65 Jahre für Männer und 60 Jahre für Frauen. Rentner ab 75 Jahren müssen für Medika­mente nichts mehr zahlen, das Schulsystem wird reformiert, es wird ein Mindeststundenlohn von umgerechnet drei Euro eingeführt. KMU werden mit einem generellen Steuerfreibetrag von ca. 2.000 Euro unterstützt, die Körperschaftssteuer CIT wird für kleine Unternehmen auf 15 Prozent gesenkt. Die Sozialversicherungspflicht für Beschäftigte wird generell eingeführt.

Großunternehmen werden nur gefördert, wenn sie in einem strategisch wichtigen Bereich wie Rüstung, Chemie und Energie tätig sind, vor allem der Kohlebergbau und Flüssiggas liegt der Regierung am Herzen. Als Zukunftszweig werden IT-Dienstleister staatlich unterstützt. Zum Schutz der Landwirtschaft wird der Grundstückserwerb für Ausländer erschwert. Als Gegenfinanzierung für die vielen teuren Maßnahmen sind Steuererhöhungen für Banken und Supermärkte geplant.

ÖSTERREICH: INNOVATIONEN GEFRAGT

Bis 2030 weltbester Innovationsstandort

Zwar zählt Österreich derzeit nicht zur absoluten Innovationsspitze in Europa, das soll sich aber nach Plänen der Regierung ändern. Bis 2030 will man der globale Hotspot für die Entwicklung neuer Ideen sein. Eine Open-Innovation-Strategie soll den Transfer von Wissen zwischen Bevölkerung, Wissenschaft und Wirtschaft befeuern. Als Best-Practice-Vorbild hat man sich dabei an den USA orientiert und zum Start eine
Online-Plattform eingerichtet. Dort haben Österreicher die Möglichkeit, eigene Ideen für mehr Erfindergeist vorzustellen, zumindest wenn sie in die vorgegebenen Themenfelder Beteiligen, Teilen, Gründen, Arbeiten und Verwalten passen. In den USA hat eine ähnliche Plattform durchaus beachtliche Erfolge erzielt, sogar die NASA griff bei einem Umweltprojekt auf die Website zurück. Mitte 2016 sollen die Ergebnisse der Plattform dem Parlament präsentiert werden.

www.openinnovation.at

 

DEUTSCHLAND: BORGWARD 2.0

Die Auto-Legende Borgward kehrt zurück

Manche meinen, Carl Friedrich Borgward sei so etwas wie der Elon Musk (Anm.: Tesla-Gründer und Weltraum-Abenteurer) seiner Zeit gewesen. Tatsächlich baute der Hamburger als einer der Ersten Dieselmotoren in Fahrzeuge ein und schuf mit dem Modell Isabella eines der schönsten Autos aller Zeiten. Um den Untergang seines Unternehmens im Jahr 1963 ranken sich heute noch Verschwörungstheorien. Jetzt kehrt die legendäre Marke zurück: Christian Borgward, der Enkel des Gründers, hat nach jahrelangen Vorbereitungen gemeinsam mit dem ehemaligen Daimler-Mitarbeiter Karlheinz Knöss den chinesischen Lastwagen-Riesen Beiqi Foton als Hauptaktionär seiner neuen Firma gewonnen und Daimler-Manager Ulrich Walker als CEO an Bord geholt. In zwei Jahren sollen die ersten neuen Borgwards in China vom Band rollen und in Deutschland verkauft werden.    

www.borgward.com

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